2012/01 Reedereigenossenschaft "European Minibulk" gegründet

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Haren/Ems, 19.01.2012

Erstmalig präsentierte sich in diesen Tagen die European Minibulk eG der Öffentlichkeit - eine Genossenschaft, die von Reedern aus Norddeutschland und den Niederlanden gegründet wurde.

Die European Minibulk eG ist eine deutsche Genossenschaft mit europäischer Ausrichtung, so dass auch Mitglieder aus dem europäischen Ausland aufgenommen werden können. Die Genossenschaft wendet sich vorrangig an Reedereien, Schiffsfonds, Emissionshäuser, Befrachtungsmakler und Banken. Der Zweck der Gesellschaft ist die Bündelung der Schifffahrtsaktivitäten für von Mitgliedern eingebrachte Massengutschiffe. Die Ziele der Genossenschaft sind die Absicherung der relevanten Märkte, die Erhöhung der Effizienz der Arbeit der angeschlossenen Schifffahrtsgesellschaften, die Verbesserung ihrer Kosten-Erlös-Relationen und damit der Unternehmensergebnisse. "Wir haben die Rechtsform der Genossenschaft gewählt, weil sie einerseits die Interessen und Eigenständigkeit der angeschlossenen Unternehmen berücksichtigt, gleichzeitig aber die Unternehmensinteressen dort gebündelt werden können, wo die Ziele der Mitglieder einheitlich sind und mit dieser Bündelung deutliche Vorteile erzielt werden können", unterstreicht der Vorsitzende des Vorstandes Torsten Westphal.


Der für die Gründungsberatung zuständige Abteilungsleiter unseres Verbandes Harald Lesch (v.l.) zeigte sich gemeinsam mit Gründungsberaterin Kirsten König über die Gründung der European Minibulk eG erfreut, deren Geschäftsmodell von Geschäftsführer Joachim van Grieken, dem Vorstandsvorsitzenden Torsten Westphal, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats Herman Lohmann und Vorstandsmitglied Erwin Strahlmann vorgestellt wurde.

Die European Minibulk eG ist eine klassische Genossenschaft. So kann zum Beispiel durch die Bündelung von Nachfrage eine Verbesserung der Konditionen im Einkauf erzielt werden. Eine koordinierte Vermarktung der Schiffe ist darüber hinaus ebenfalls eine wichtige Maßnahme. Dabei kann und soll der bisherige Vertrauensmakler der jeweiligen Schifffahrtsgesellschaften beibehalten werden. Hierzu führt Hermann Lohmann, Vorsitzender des Aufsichtsrates aus: "Es ist Zeit zu kooperieren. Es gibt zwar derzeit schwere Zeiten für die Betriebe im Bereich der Seeschifffahrt, diese sind jedoch nicht ausschlaggebend für die Kooperation gewesen". Und Vorstandsmitglied Erwin Strahlmann ergänzt: "Wir kooperieren, um den Anforderungen unserer Auftraggeber in Zukunft gerecht zu werden".Nahezu zeitgleich mit der European Minibulk eG wurde eine weitere Genossenschaft mit der gleichen Zielsetzung für Containerfeeder-Schiffe ins Leben gerufen, die Container Feeder eG.

Der hauptamtliche Geschäftsführer Joachim van Grieken als ein erfahrener Schifffahrtsexperte erwartet, dass sich messbare Erfolge zügig einstellen werden. Grundsätzlich sei es das mittel- bis langfristige Unternehmensziel, ein gemeinsames Handeln der Reeder zu koordinieren. Zahlreiche Synergieeffekte böten sich an, genutzt zu werden. Gemeinsame Interessen sollten auch gegenüber der Politik sowie Verbänden vertreten werden. Auch werde nach seinen Angaben das Unternehmenskonzept von den schiffsfinanzierenden Banken positiv begleitet, da in dieser neuen Genossenschaft die Risiken reduziert sowie die Marktchancen erhöht werden können.In Kürze sollen weitere Abstimmungsgespräche mit den Mitgliedern geführt und konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Hierzu zähle nach Angaben von van Grieken auch die Vorstellung der European Minibulk eG bei Banken und Emissionshäusern.

"Das genossenschaftliche Unternehmensmodell ist die Antwort auf die heutigen Herausforderungen der Märkte", betonte Abteilungsleiter Harald Lesch. Das genossenschaftliche Prinzip habe sich daher auch in jüngster Zeit bei vielen Gründungen in vielen Bereichen der Wirtschaft bewährt. In einer Genossenschaft könne das gemeinsame unternehmerische Handeln mit den Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung verknüpft werden.