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Genossenschaftsbanken stehen Mittelstand in der Krise zur Seite und kommen ihrem Förderauftrag nach

25.03.2020

Größtes staatliches Kreditprogramm beschlossen / Umfangreiche Hilfsprogramme der Förderinstitute KfW und NBank / Volksbanken und Raiffeisenbanken informieren über Fördermittel

Oldenburg. Der Coronavirus gefährdet nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Wirtschaft. Auch Gewerbetreibende, Selbstständige und Unternehmen in Weser-Ems sind mit den wirtschaftlichen Auswirkungen konfrontiert. Die deutsche Politik und die KfW haben gemeinsam mit der Kreditwirtschaft in der letzten Woche hart daran gearbeitet, die Kreditversorgung der Wirtschaft sicherzustellen – von kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu großen Unternehmen. Ebenfalls haben sich alle Beteiligten dafür eingesetzt, dass auch sogenannte Solo-Selbstständige von den Hilfen profitieren müssen.

„Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems stehen dem Mittelstand als verlässlicher Partner zur Seite, um sie in der Krise zu unterstützen und helfen das größte staatliche Kreditprogramm umzusetzen. Die Sicherung der Unternehmensliquidität steht im Mittelpunkt der Maßnahmen“, erklärt Verbandsdirektor Johannes Freundlieb. Dazu bieten die Genossenschaftsbanken Firmenkunden Förderdarlehen an, um die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu unterstützen. Die Förderinstitute KfW und NBank haben hierzu Sonderprogramme vorbereitet. Die Mittel der Bundesregierung werden in die Beratung der Firmenkunden einbezogen.

KfW-Hilfsprogramme
Im Zuge des Maßnahmenpakets der Bundesregierung hat die KfW die Aufgabe, die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu erleichtern. Ab sofort können Firmenkunden bei Genossenschaftsbanken einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen, sofern Sie bis zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren. Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind, können Mittel aus dem KfW-Unternehmerkredit beantragen, für Firmen, die weniger als fünf Jahre am Markt sind, steht der ERP-Gründerkredit – Universell zur Verfügung.

NBank-Hilfsprogramme
Bund und Landesregierung haben konkrete Hilfsprogramme beschlossen. Ab Mittwoch, 25. März 2020 ab 15 Uhr, können bei der NBank Anträge auf Liquiditätshilfen für zwei Förderprogramme gestellt werden.

Kredite für kleine und mittlere Unternehmen: Das Land stellt kurzfristig Kredite von bis zu 50.000 Euro pro Fall als Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung. Das Besondere dabei ist, dass diese Liquiditätshilfe direkt von der NBank vergeben wird und dafür keine Sicherheiten erbracht werden müssen.

Zuschüsse für Soloselbständige, Kleinst- und Kleinunternehmen: Das Zuschussprogramm „Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen“ richtet sich an gewerbliche Unternehmen und Angehörige freier Berufe in Betrieben mit bis zu 49 Beschäftigten. Diese Zielgruppe kann einen einmaligen Liquiditätszuschuss von bis zu 20.000 Euro beantragen. Dies gilt für Unternehmen, freiberuflich Tätige und Soloselbständige (auch Künstler und Kulturschaffende). Die Hilfen des Corona-Hilfeprogramms des Landes Niedersachsen stehen auch Start-ups zur Verfügung, wenn sie jünger als fünf Jahre sind. Voraussetzung ist im Kern ein tragfähiges Geschäftsmodell und eine positive Einschätzung der weiteren Unternehmensentwicklung, auch wenn vor Ausbruch der Corona-Krise noch keine schwarzen Zahlen geschrieben wurden.

Hinweis: Für eine unbürokratische Soforthilfe zugunsten von Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen bis maximal zehn Beschäftigten sowie Soloselbständigen und Angehörigen der Freien Berufe, greift das Soforthilfeprogramm des Bundes. Es sieht eine Einmalzahlung von bis 9.000 Euro für drei Monate bei Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten und eine Einmalzahlung von bis 15.000 Euro für drei Monate für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten vor.

Bürgschaften über die Niedersächsische Bürgschaftsbank (NBB)
Das Land hat seinen Bürgschaftsrahmen auf 3 Milliarden Euro erhöht. Die NBB (www.nbb-hannover.de) verbürgt Hausbankkredite für nahezu alle Branchen bis zu einer Größenordnung von 2,5 Millionen Euro, davon bis zu 240.000 Euro im Expressverfahren innerhalb weniger Tage. Auch für diese Bürgschaften sind die Hausbanken der erste Ansprechpartner.

Für weitere Informationen kontaktieren Unternehmen am besten ihren Firmenkundenberater, der den Liquiditätsbedarf für die nächsten Wochen ermitteln wird und über Kompensationsmaßnahmen der Bundesregierung aufklärt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Genossenschaftsbanken werden weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, die zu erwartende Flut von Kreditanträgen zu bewältigen, damit die Hilfe möglichst schnell ankommt.

Nähere Informationen über das Förderkreditprogramm der Bundesregierung sind auf dem Kundenportal der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems unter dem Link https://weser-ems.vr.de/firmenkunden/nachrichten/corona-soforthilfe.html dargestellt.