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Genossenschaftsbanken erweisen sich als verlässliche Partner in der Krise

26.08.2020

Halbjahresergebnis spiegelt die nachhaltige Rentabilität und Kapitalstärke der Genossenschaftsbanken in Weser-Ems wider / Einlagen- und Kreditvolumen weiter gesteigert

Oldenburg. Die Genossenschaftsbanken in Weser-Ems trotzen der Corona-Krise und haben das erste Halbjahr 2020 mit soliden Ergebnissen beendet. Das addierte Bilanzvolumen der 58 in die Statistik einbezogenen Genossenschaftsbanken erhöhte sich im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf rund 31,76 Milliarden Euro (2019: 30,47 Mrd. Euro). Die durchschnittliche Bilanzsumme ist damit auf 547,59 Millionen Euro angestiegen (2019: 525,34 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis vor Bewertungwirdper Ende Juni zum 31.12.2020 auf einen im Vergleich zum Vorjahr um 0,14 Prozentpunkte verringerten Wert von 0,84 Prozent erwartet.

Der Zinsüberschuss ging gegenüber dem Jahresergebnis von 2019 um 0,16 Prozent auf 1,75 Prozent zurück. Auch der Provisionsüberschuss war mit 0,67 Prozent (minus 0,04 Prozent) leicht rückläufig.

 „Das gute Halbjahresergebnis spiegelt die nachhaltige Rentabilität und Kapitalstärke der Genossenschaftsbanken in Weser-Ems wider. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken haben in den vergangenen Jahren vorausschauend gewirtschaftet und das solide Ergebnis genutzt, um die Kapitalbasis weiter auszubauen. Mit diesem gesunden Fundament können sie den Menschen in der Region auch in schwachen Konjunkturphasen zuverlässig zur Seite zu stehen. Mit Zuversicht sehen wir dem zweiten Halbjahr entgegen“, fasst Verbandsdirektor Johannes Freundlieb die Zahlen zusammen.

Die Genossenschaftsbanken unterstützen ihre Mitglieder und Kunden seit Beginn der Corona-Krise auf vielfältige Weise: Die Versorgung der Bevölkerung mit Bargeld und die Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs war und ist zu jeder Zeit gesichert. Gewerbetreibende und Unternehmer können sich auf die intensive Begleitung durch Genossenschaftsbanken verlassen. Darüber hinaus gewährten die Volksbanken und Raiffeisenbanken Privat- und Firmenkunden, die einen Kredit vorübergehend nicht bedienen konnten, bedarfsgerecht freiwillige Stundungen.

 

Sofortige Bereitstellung von Krediten an von Covid-19 betroffene Unternehmen

Den genossenschaftlichen Kreditinstituten ist es Auftrag und Selbstverständnis zugleich, auch in Krisenzeiten verlässlich für Mitglieder und Kunden da zu sein. Dabei haben sie ihre aktive Rolle bei der Unterstützung ihrer Firmenkunden in der Bewältigung der Auswirkungen von Covid-19 unter Beweis gestellt: „Als Partner von KfW, regionalen Förderbanken und Bürgschaftsbanken kam den Genossenschaftsbanken während des corona-bedingten Lockdowns eine besondere Rolle zu. Dank des großen Engagements der Bankberaterinnen und Bankberater, die in Akkordarbeit schnelle und unkomplizierte Unterstützung leisteten, konnten Liquiditätsengpässe bei Firmenkunden zum Großteil vermieden werden“, führt Verbandsdirektor Axel Schwengels aus.

Die Corona-Krise hat das ohnehin schon gut laufende Kreditgeschäft der genossenschaftlichen Kreditinstitute noch weiter angeregt. Der Bestand an Krediten für Privat- und Firmenkunden erhöhte sich in den Monaten Januar bis Ende Juni 2020 um 3,7 Prozent auf 23,60 Milliarden Euro (2019: 22,76 Mrd. Euro). Die langfristigen Kredite mit einer Laufzeit von fünf Jahren und länger haben daran einen Anteil von 19,43 Milliarden Euro. Sie wuchsen bis zur Jahresmitte um 3,7 Prozent gegenüber dem Jahresergebnis 2019. Treiber für das Kreditgeschäft waren abermals die Branchen „Dienstleistungen“, „Landwirtschaft“ und das „Baugewerbe“.

Zusätzlich vermittelten die Banken ein ebenfalls gesteigertes Kreditvolumen bis Ende Juni in Höhe von 7,05 Milliarden Euro (2019: 6,72 Mrd. Euro) an die Unternehmen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, was einem Zuwachs von 4,8 Prozent entspricht.

 

Einlagengeschäft weiter gesteigert

Mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 20,96 Milliarden Euro (2019: 20,25 Mrd. Euro) sind im ersten Halbjahr die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stark angewachsen, „was ein großer Vertrauensbeweis in das genossenschaftliche Geschäftsmodell ist“, so Schwengels weiter. Den Löwenanteil der Einlagen machen dabei nach wie vor die Sichteinlagen aus, deren Bestände sich bis zur Jahresmitte um 5,9 Prozent gegenüber 2019 erhöht haben und 13,18 Milliarden Euro erreichten. Diese Entwicklung belegt, wie wichtig die Genossenschaftsbanken in Weser-Ems sind. Sie kennen sich vor Ort aus und bieten individuelle Lösungen an. Menschlich nah und mit stabilen Kundenbeziehungen, für die als Basis auch die technische Infrastruktur zeitgemäß weiterentwickelt wird.

 

Corona-Krise bestätigt Omnikanalmodell

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach digitalen Angeboten weiter gestiegen. „Als im März ein Teil der Geschäftsstellen während des Lockdowns vorübergehend schließen musste, sind die Kunden verstärkt auf digitale Kanäle ausgewichen. Online-Banking, kontaktlose Bezahlmöglichkeiten sowie auch die Beratung per Video haben spürbar an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung bestätigt, dass die Investitionen in die Digitalisierung des Vertriebes richtig und wichtig waren. Schon heute zeigt sich, dass unsere Bankengruppe auch auf digitalen Wegen leistungsfähig und für die Kunden erreichbar ist. Es gilt, diesen Weg konsequent weiterzuverfolgen, denn die Zukunft im Bankenwesen ist persönlich und digital. Aufgabe ist es, beides miteinander zu verknüpfen und den Kunden das Beste aus beiden Welten zur Verfügung zu stellen“, erklärt Freundlieb.

 

Kleinteilige Geschäftsstruktur schützt vor Krisen

Angesichts des guten Ergebnisses haben die genossenschaftlichen Kreditinstitute weitere Reserven gebildet, die einen zusätzlichen Puffer darstellen. „Wir sind in der Summe als genossenschaftliche FinanzGruppe gut gewappnet gegen Kreditausfälle. Das genossenschaftliche Bankenmodell in Deutschland ist über 150 Jahre alt und hat bereits viele Krisen gemeistert“, so Freundlieb zuversichtlich.

Die Genossenschaftsbanken in Weser-Ems sind Teil der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken und damit Teil einer starken Gemeinschaft. Über ihre Sicherungseinrichtung schützen sich die 841 Genossenschaftsbanken gegenseitig. Die Sicherungseinrichtung der genossenschaftlichen FinanzGruppe ist das weltweit älteste, ausschließlich privat finanzierte Sicherungssystem für Banken und hat sie die letzten fast 90 Jahre durch alle Krisen hinweg getragen.