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Schwäbisch Hall: So viele Kunden wie noch nie

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 04/2016

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat im vergangenen Jahr 900 000 neue Verträge abgeschlossen, ein Neugeschäft von 35 Milliarden Euro getätigt und dazu rund neue 116 000 Kunden gewonnen. In einem Interview spricht Reinhard Klein, Vorsitzender des Vorstands der Bausparkasse Schwäbisch Hall, über diese Erfolge und die aktuellen Herausforderungen.

Sehr geehrter Herr Klein, wie zufrieden sind Sie mit dem Geschäftsvolumen?

Absolut zufrieden! Wir liegen in unserem klassischen Geschäftsfeld Bausparen fast 13 Prozent über dem Vorjahr und zum fünften Mal in Folge deutlich über der 30 Milliarden-Euro-Marke. Auch mit unserem zweiten Geschäftsfeld Baufinanzierung sind wir weiter auf einem guten Weg. Hier konnten wir im vergangenen Jahr unser Volumen um 6,8 Prozent auf 14,4 Mrd. Euro ausbauen. Damit haben wir unsere selbst gesteckten Ziele weit übertroffen. Wir freuen uns über die weiterhin überdurchschnittlich hohe Nachfrage nach unseren Produkten.

Das Geschäftsmodell Bausparen wird schon seit geraumer Zeit von vermeintlichen Finanzexperten in Frage gestellt. Wie gelingt es Ihnen da immer noch, Kunden dazu zu gewinnen?

Lassen Sie uns auf die Zahlen schauen: Allein in den zurückliegenden fünf Jahren haben wir unterm Strich 750.000 Bausparer neu hinzugewonnen. Damit haben wir aktuell 7,5 Mio. Kunden – so viele wie noch nie. Gerade auch bei der jüngeren Generation ist Bausparen nach wie vor stark gefragt. Im vergangenen Jahr haben mehr als 240.000 junge Menschen unter 25 Jahren bei uns einen Vertrag abgeschlossen. Das zeigt doch ganz deutlich: Bausparen ist unverändert beliebt. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen: Bausparen schafft eine klare Planungsgrundlage, sichert die heute extrem niedrigen Zinsen für die Zukunft und lässt jederzeit Sondertilgungen in beliebiger Höhe zu. Außerdem gibt es keinen Zuschlag auf die Konditionen für die Grundbuchabsicherung im zweiten Rang oder Kleinstdarlehen, wie es sonst in der Baufinanzierungsbranche üblich ist. Außerdem profitieren Bausparer von den staatlichen Förderungen wie der Wohnungsbauprämie, der Arbeitnehmersparzulage, Wohn-Riester oder den vermögenswirksamen Leistungen.

Sie haben einen Marktanteil von über 30 Prozent. Sie wollen ihn nachhaltig halten,  wenn möglich noch ausbauen. Dazu wollen Sie auch das Geschäftsmodell weiter schärfen.  Können Sie ein wenig präzisieren, was Sie darunter genau verstehen?

Wir wollen das Bausparen wetterfest machen. Das heißt, es geht darum, Produkte und Dienstleistungen anzubieten, mit denen wir in dem boomenden Markt rund um Bauen und Wohnen die Bedürfnisse unserer Kunden am besten befriedigen und gleichzeitig damit gut Geld verdienen können.

Einen dreistelligen Millionenbetrag wollen Sie in den weiteren Ausbau Ihrer  IT investieren und damit auch die Digitalisierung  der Wertschöpfungskette weiter vorantreiben. Mit Blick auf  Kostenmanagement ist das nachvollziehbar.  Aber welchen konkreten Nutzen hat denn der Kunde davon?

Zum einen investieren wir in die Runderneuerung unserer zwar leistungsfähigen, aber in die Jahre gekommenen IT. Damit sind wir in der Lage, unsere Prozesse zu verschlanken. Davon profitiert auch der Kunde.

Daneben nehmen wir den Megatrend Digitalisierung auf, indem wir beispielsweise die Online-Verfügbarkeit unserer Vertriebs- und Serviceleistungen weiter ausbauen. Parallel arbeiten wir situativ mit Fintechs zusammen. Das sind meist kleine Start-up-Firmen, die moderne Technologien für den Finanzsektor entwickeln. So haben wir beispielsweise eine App entwickelt und im Einsatz, mit der wir unseren Außendienst in die Lage versetzen, dem Kunden vor Ort bereits im Beratungsgespräch eine Online-Bewertung seiner Immobilie zu ermöglichen.

Altersgerechtes Bauen, Energieeffizienz, günstige Konditionen, Wohneigentum als Altersvorsorge, fehlender Wohnraum gerade auch in Ballungszentren  – eigentlich alles Faktoren, die Ihnen in doch in die Karten spielen und das Geschäft in den nächsten Jahren treiben sollten.

Vollkommen richtig: Für das Thema Bauen und Wohnen gibt es eine unverändert hohe Nachfrage. Das wird auch in Zukunft so bleiben und unser Geschäft beflügeln. Sie haben das altersgerechte Wohnen angesprochen, ein Thema, das bei der demografischen Entwicklung in Deutschland an Bedeutung gewinnen wird. Dennoch leben immer noch nur rund fünf Prozent der circa elf Millionen Seniorenhaushalte in barrierearmen Wohnungen. Hier gibt es also noch eine Menge Nachholbedarf. Ebenso verhält es sich beim Thema Energieeffizienz. 85 Prozent aller Wohnflächen wurden 1990 oder früher erbaut, der Gebäudesanierung kommt bei der Energiewende also eine Schlüsselrolle zu. Bei all diesen Themen kann Bausparen ein entscheidender Motor sein.

Vielen Dank.