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Genossenschaftsidee ist Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 01/2017

Die Genossenschaftsidee wird in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Diese Entscheidung hat das Internationale Komitee zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO am 30. November in Addis Abeba bekannt gegeben. Die "Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften" war im März 2015 als erste deutsche Nominierung zur Repräsentativen Liste eingereicht worden. „Gemeinsam handeln, mehr erreichen: Das ist die starke Botschaft der Genossenschaften weltweit. Wir freuen uns sehr, dass die UNESCO diese traditionsreiche und zugleich so moderne Idee der genossenschaftlichen Kooperation würdigt“, so Dr. Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes.

Weltweit sind rund 800 Millionen Menschen in Genossenschaften organisiert. In Deutschland vereinen die fast 8.000 Genossenschaften mehr als 22 Millionen Mitglieder. Seit mehr als 160 Jahren sind Genossenschaften im Finanzwesen, in der Landwirtschaft, in Handel und Gewerbe oder im Wohnungsbau erfolgreich. Aber auch für aktuelle Herausforderungen wie eine bürgernahe Energiewende, ein menschenwürdiges Wohnen im Alter, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Nahversorgung im ländlichen Raum bieten Genossenschaften innovative Antworten.

Deutschland hat der weltweiten Genossenschaftsidee einen wichtigen Impuls gegeben. Der Wissenstransfer von deutschen Genossenschaften in andere Regionen der Welt hat eine lange Tradition. Auch zur Bekämpfung der weltweiten Armut und zum Erreichen der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen leisten Genossenschaften einen wichtigen Beitrag.

Die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit veranschaulicht die Vielfalt lebendiger kultureller Ausdrucksformen aus allen Weltregionen und stellt ein wichtiges Zeugnis menschlicher Kreativität dar. Die Aufnahme der Genossenschaftsidee soll zu einer größeren Sichtbarkeit und einem wachsenden Bewusstsein für ihre weltweite Bedeutung beitragen. Die Bewerbung haben die Deutsche Hermann Schulze-Delitzsch-Gesellschaft und die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft gemeinsam auf den Weg gebracht.