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"Digitalisierung macht Expertentum überflüssig"

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 07/2017

Sven Gabor Janszky bei der Hauptversammlung der WL BANK

Zur 30. Hauptversammlung und im 140. Jahr ihres Bestehens wagte die WL BANK einen Blick in die Zukunft: Trendforscher Sven Gabor Janszky nahm „Kundenwelten 2025“ in den Blick und öffnete seinen Zuhörern die Augen für Entwicklungen, deren Potential heute erst wenige Experten abschätzen können.

Ausgehend von der Erfahrung, dass Menschen zu linearen Zukunftsprognosen neigen und damit das wahre Ausmaß exponentieller Veränderungen nicht annähernd treffen, versuchte sich Janszky an einer Mentalitätseinschätzung der Kunden von morgen. Zentrale These: Weil Megacomputer zukünftig in jedes Smartphone passen, wird Wissen an sich zu einem immer wertloseren Gut: „Die Digitalisierung macht Expertentum überflüssig“. Was dagegen an Bedeutung gewinnt, ist die Fähigkeit, Wissen individuell und in Echtzeit auf Einzelsituationen anwendbar zu machen. Hier liegen nach Ansicht des Trendforschers die größten Möglichkeiten für zukünftige Kundenbeziehungen.

Eine noch weitere Zeitspanne überbrückte Frank M. Mühlbauer beim Rückblick auf die Gründungsjahre der WL BANK. Der Vorstandsvorsitzende der WL BANK nahm seine Zuhörer mit in das Jahr 1877, als Kaiser Wilhelm I. das erste Statut der Landschaft der Provinz Westfalen unterzeichnete. Damit war die WL BANK gegründet, die sich als Pfandbriefbank von Anfang an für faire Kreditbedingungen ihrer Kunden einsetzte. Vieles hat sich in den 140 Jahren ihres Bestehens geändert. Die enge Verbindung zum Genossenschaftswesen hat die WL BANK jedoch stets gepflegt und intensiviert. Auch heute noch sind die Geschäftsbeziehungen in die Genossenschaftliche FinanzGruppe das wichtigste Standbein des WL BANK-Geschäftsmodells und tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg der Bank bei. Der hat sich auch im Geschäftsjahr 2016 mit gestiegenem Neugeschäftsvolumen (Gesamtzusagevolumen 7,2 Mrd. Euro) und erhöhtem Vermittlungsgeschäft (Geschäft mit der Genossenschaftlichen FinanzGruppe: 3,1 Mrd. Euro) eingestellt. Von der Zukunft, die durch die gelungene Integration in die DZ BANK Gruppe und die Fusionsanbahnung mit der DG HYP geprägt sein wird, erwartet die WL BANK weiteres Wachstum und eine noch stärkere Verbindung mit dem Genossenschaftssektor.

Im Anschluss an Hauptversammlung und Gastvortrag genossen Aktionäre und Gäste bei sommerlichen Temperaturen das herrschaftliche Ambiente von Gut Havichhorst.