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"Ammerländer Modell" zur Absicherung des Milchpreises an der Börse vorgestellt

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 09/2017

Am 2. August präsentierten die Molkerei Ammerland eG und die VR AgrarBeratung AG erstmals das „Ammerländer Modell“.

 © GVWE
Freuten sich, dass in Kürze die Pilotphase des „Ammerländer Modell“ startet: Johann Kalverkamp, Geschäftsführer der VR-AgrarBeratung AG; Verbandsdirektor Johannes Freundlieb; Ralf Hinrichs, Geschäftsführer der Molkerei Ammerland eG; Justus Ackermann, Aufsichtsratsvorsitzender der Molkerei Ammerland eG; Eike Ulken, Erzeugerberater der Molkerei Ammerland eG; Herbert Heyen, Vorstandsvorsitzender der Molkerei Ammerland eG; Jürgen van Mark, Wirtschaftsprüfer unseres Verbandes, und Patrick Bremer, Justitiar der Molkerei Ammerland eG.

Im Milchsektor sind seit einigen Jahren starke Preisschwankungen zu verzeichnen. Seit 2010 besteht die Möglichkeit, den Milchpreis mittelbar an der Börse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig abzusichern, um sich gegen diese Volatilität zu wappnen. Da der Zugang an die Börse für den einzelnen landwirtschaftlichen Unternehmer sehr aufwändig ist, hat die Molkerei Ammerland eG gemeinsam mit der VR AgrarBeratung AG und unserem Verband ein Konzept erarbeitet, um den Zugang für Mitglieder der Molkerei Ammerland eG zu vereinfachen. Das den aufsichtsrechtlichen Anforderungen genügende Konzept wurde im Vorfeld mit der Deutschen Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht abgestimmt.

An der EEX werden im Milchbereich Kontrakte für Magermilchpulver und Butter sowie Molkenpulver gehandelt. Ein Kontrakt auf Rohmilch existiert an der EEX bislang nicht. Über die aus einer möglichen Verwertung der Milch resultierenden Produkte Magermilchpulver und Butter können die Landwirte die Rohmilch aber indirekt handeln und damit den Milchpreis absichern. Dabei entsprechen zwei Kontrakte auf Magermilchpuler und ein Kontrakt auf Butter 105.556 kg Rohmilch.

Ziel ist, den Mitgliedern zur Absicherung ihrer Erträge einen Zugang an die Börse zu verschaffen. Dabei kann der Landwirt bis zu 50 Prozent der an die Molkerei gelieferten Menge absichern. Vorerst wird dieses Modell in einer Pilotphase getestet, die am 15. September beginnen wird. Eine spätere Ausweitung ist geplant.