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AGRAVIS Raiffeisen AG: 2017 war ein Wachstumsjahr

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 04/2018

Rund 87 Millionen Euro in die Zukunft investiert

 © AGRAVIS
Für die AGRAVIS war 2017 ein Wachstumsjahr: Andreas Rickmers (v. r.), Vorsitzender des Vorstandes, Vorstandsmitglied Maria-Johanna Schaecher, Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff und Bernd Homann, Bereichsleiter Kommunikation, stellten den Geschäftsverlauf 2017 auf der Bilanz-Pressekonferenz in Münster vor.

Für die AGRAVIS Raiffeisen AG war 2017 ein Wachstumsjahr, wie der Vorstandsvorsitzende Andreas Rickmers, seit Januar des vergangenen Jahres Chef des Agrarhandels- und Dienstleistungsunternehmens, im „Raiffeisen-Jahr 2018“ betont. „Insgesamt war es ein hartes Jahr mit schwierigen Erntebedingungen, intensivem Wettbewerb und gesellschaftlichen Diskussionen um die moderne Landwirtschaft. In diesem Umfeld haben wir uns positioniert und gemeinsam mit den Raiffeisen-Genossenschaften in unserem Arbeitsgebiet die Weichen für Marktanteilsgewinne und mehr Umsatz gestellt“.

Insbesondere die hohen Investitionen in strategische Kernbereiche Investitionen in strategische Kernbereiche der AGRAVIS sowie in die Kundenbindung zeigten Wirkung. „Mit rund 87 Mio. Euro haben wir deutlich mehr investiert als ursprünglich geplant, aber der Markt bot uns Chancen, die wir nutzen wollten“, so der AGRAVIS-Vorstandsvorsitzende.

Unterm Strich steht für die AGRAVIS in 2017 ein Umsatzplus von rund 3,8 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Dazu trugen vor allem der Agrarhandel, das Mischfutter- Mischfutter- und Technik-Geschäft sowie die Bereiche Märkte und Energie bei. Insgesamt konnte die AGRAVIS ihr operatives Ergebnis EBIT mit 74 Millionen Euro und einem Plus von 7,3 Prozent verbessern.

„Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und im Agribusiness setzt sich unvermindert fort. Die AGRAVIS-Gruppe ist damit Teil eines intensiven Verdrängungswettbewerbes – das haben wir 2017 zu spüren bekommen. Wir haben aber das Ziel, hier als Sieger vom Platz zu gehen“, beschreibt Rickmers. „Mittelfristig sehen wir ein Umsatzziel von 10 Milliarden Euro. Und wir wollen zusammen mit den Raiffeisen-Genossenschaften noch mehr als bisher der erste Ansprechpartner für die heimische Landwirtschaft sein.“

 

Kooperation mit der RWZ Rhein-Main eG

2017 gelang es der AGRAVIS, zahlreiche Meilensteine für die Zukunft erfolgreich umzusetzen. Dazu zählen insbesondere die Kooperation mit der RWZ Rhein-Main eG im Bereich Raiffeisen-Märkte und im Futtermittelgeschäft. Die AGRAVIS hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die Raiffeisen-Markt-Sparte von der RWZ sowie die Mehrheit an den Futtermittelwerken in Wiesbaden und Neuss übernommen. „Auch die Markteinführung von ´myfarmvis`, des Portals der Landwirtschaft, hat erhebliche Bedeutung für die klare Kundenorientierung der AGRAVIS“, so Finanzvorstand Johannes Schulte-Althoff.

Im schwächelnden Geschäft mit Agrarerzeugnissen hat sich AGRAVIS neu aufgestellt. Das Unternehmen hat sich auf die Kernfunktionen wie Vermarktung von Getreide und Ölsaaten aus eigener und genossenschaftlicher erfassung konzentriert, den Kundenfokus und die Servicefunktionen gestärkt sowie den Schwerpunkt des Handels auf die Versorgung von eigenen und genossenschaftlichen Mischfutterwerken mit Futterrohstoffen gelegt. „Das hat alles dazu geführt, dass wir für unseren Bereich Agrarerzeugnisse jetzt wieder Licht am Ende des Tunnels sehen“, unterstrich Schulte-Althoff.

„Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahren einen Verdrängungswettbewerb geben wird“, führte im Rahmen der Pressekonferenz das seit Januar neue Vorstandsmitglied Maria-Johanna Schaecher aus. Die AGRAVIS hat sich darauf eingestellt – einerseits durch verschiedene Kooperationsmodelle mit Genossenschaften, andererseits durch eine Wachstumsstrategie auch außerhalb ihres bisherigen Kernarbeitsgebietes.

In der Region Weser-Ems haben die AGRAVIS und GS agri zum Jahresende 2017 angekündigt, eine genossenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich Mischfutter anzustreben. Dabei handelt es sich um das Vorhaben, die Mischfutterbereiche der GS agri und der AGRAVIS Kraftfutterwerke Oldenburg in einer Produktionsgesellschaft mit Sitz in Oldenburg und einer Mischfuttergesellschaft mit Sitz in Schneiderkrug zusammenzuführen. „Wir wollen durch die Zusammenarbeit unsere gemeinsame Wettbewerbsposition verbessern, um dem Kunden, sprich dem Landwirt, als kompetenter Futtermittellieferant weiterhin zur Verfügung stehen zu können“, so Schaecher weiter. Aktuell sei man mit den 16 Gesellschaftern der AGRAVIS Kraftfutterwerke Oldenburg GmbH im Austausch und mit der detaillierten Planung befasst. Letztendlich müssten die Gremien der Gesellschafter über eine Zusammenarbeit entscheiden. „Ich bin guter Dinge, dass wir hier zusammenkommen.“ Und am Ende muss dann auch noch das Kartellamt zustimmen.

 

Digitale Kompetenz weiter ausgebaut

Die AGRAVIS verfügt seit Jahren über Kompetenzen im digitalen Bereich. Dort bieten sie den Kunden die gleiche Beratungs- und Produktqualität wie an den Standorten. AGRAVIS ist sowohl im E-Commerce-Bereich mit dem Onlineshop raiffeisenmarkt.de als auch im Bereich von Beratungs-Apps sehr gut aufgestellt. Beispiele sind die Pflanzenbau-App IQ-Plant oder die Angebote um die App IQ-Feed. Auch im Gebrauchtmaschinengeschäft ist das Unternehmen seit langem onlien erfolgreich. AGRAVIS verfolgt also eine klare Omnichannel-Strategie, Kunden können über sämtliche Vertriebswege alle Dienstleistungsangebote zugreifen.

Beim Blick auf das Jahr 2018 geht Rickmers von einer leicht positiven Entwicklung beim Umsatz aus. „Wir planen mit rund 6,5 Mrd. Euro Umsatz, und erwarten erste positive Effekte aus den Investitionen und den integrierten Akquisitionen sowie dem neuen Strategieprogramm `Hanse`“, so der AGRAVIS-Chef.