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Strategiekonferenz: Zukunft agrar Nordwest

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 07/2018

Auftakt des Verbunds „Transformationswissenschaft für die agrarische Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens“ mit Unterstützung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Vechta

 © KFOTO/Kokenge
Geschäftsführer Harald Lesch (v. l.), Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisen-banken in Weser-Ems; Prof. Dr. Hans Schulte-Nölke, Vorsitzender des Fachbeirats der Trans-formationsstelle; Ministerin Barbara Otte-Kinast; Dr. Barbara Grabkowsky, Geschäftsführerin Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen; Prof. Dr. Burghart Schmidt, Universi-tät Vechta und Benno Fangmann, Vorstandsmitglied der VR BANK Dinklage-Steinfeld und Sprecher der Volksbanken im Kreis Vechta

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen hat in der Vergangenheit eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben. Sie hat die ländliche Region im Nordwesten stark gemacht und prägt sie immer noch maßgeblich. Innovations- und Gründergeist, der ehrliche Handschlag und eine beispiellos enge und erfolgreiche Zusammenarbeit des gesamten Wertschöpfungsnetzwerks zeichnen das Silicon Valley der Agrar- und Ernährungsbranche aus.

Lange Zeit kannte das System keine Grenzen. Doch zunehmend werden bestehende Systeme, Verfahren und Strukturen von der Gesellschaft in Frage gestellt. Ökologische, soziale und ethische Fragen rücken zunehmend in das Zentrum einer häufig auch sehr emotional geführten Diskussion. Die Konsequenz: Der Agrar- und Ernährungswirtschaft droht ein Verlust der Akzeptanz und der Entzug der „gesellschaftlichen Betriebserlaubnis“.

Wandel, Veränderung, Transformation: Das sind Begriffe, mit denen sich daher jetzt die Branche beschäftigen muss, um zukunftsfähig zu bleiben. Ein Transformationsprozess kann das Gesicht der Landwirtschaft von heute stark verändern: Fragen zur Zukunft der Nutztierhaltung, der Rolle der Digitalisierung und nach einem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen sind dabei von zentraler Bedeutung. Fleisch aus dem Reagenzglas, grüne Gentechnik oder vertikaler Pflanzenbau sind Beispiele, die bestehende Strukturen auf den Kopf stellen können aber auch Chancen für komplett neue Geschäftsmodelle bieten.

Der neue Verbund „Transformationswissenschaft für die agrarische Intensivregion im Nordwesten Niedersachsens“ mit der Geschäftsführerin Dr. Barbara Grabkowsky hat sich zum Ziel gesetzt, für die Herausforderungen der Branche pro-aktiv nach Lösungen zu suchen. Die Strategiekonferenz „Zukunft agrar Nordwest“ – zugleich Auftaktveranstaltung des Verbunds – war der Startschuss, gemeinsam in Richtung Zukunft aufzubrechen. Entscheidungsträger und hochrangige Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft sowie Studierende nahmen an dieser Veranstaltung teil, um eine Strategie für die Zukunft des für den ländlichen Raum Niedersachsens wichtigsten Wirtschaftszweigs zu diskutieren.