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Bürgersolaranlage auf dem Dach der Feuerwache

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 08/2019

Die erste Bürgersolaranlage Oldenburgs wurde auf dem Dach der Feuerwache in der Ibo-Koch-Straße in Betrieb genommen. Die 40 kWp-Anlage ist ein Projekt der Energie-Genossenschaft Olegeno, das von der Stadt Oldenburg im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes (InEKK) unterstützt wird.

 © Sascha Stüber
Strom aus Sonne wird ab sofort auf dem Dach der Feuerwache in Oldenburg erzeugt. Bei der Einweihung der genossenschaftlichen Solaranlage waren dabei (v. l.): Axel Steinbrenner, Michael Bremer (Feuerwehr Oldenburg), Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Reinhard Vöhringer, Sebastian Specht, Wilko Onken, Stefanie Coors, Joachim Gabriel (alle Olegeno).

Die Fläche auf dem Dach der Feuerwache eignet sich sehr gut für die Solaranlage. Mit dem produzierten Strom können etwa 16 Haushalte versorgt werden. „Wir sollten diese Form der Energiegewinnung Schritt für Schritt weiterentwickeln. Bislang verfügen mehr als 1.300 Dächer in Oldenburg über eine PV-Anlage, wir können diesen Anteil aber noch deutlich steigern“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Die Anlage speist Strom nach dem EEG-Vergütungsmodell ein. Damit wird der Anteil erneuerbarer Energie im Oldenburger Stromnetz erhöht. Dieses Projekt wird von den 350 Mitgliedern der Olegeno Oldenburger Energie-Genossenschaft eG getragen. Zusätzlich zu den Genossenschaftsanteilen zeichneten 27 Mitglieder zusammen mehr als 160 Solarbausteine zur Finanzierung. Solarbausteine sind langfristige Nachrangdarlehen, die Mitglieder ihrer Genossenschaft gewähren und dafür jährlich Zinsen erhalten.

„Viele Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt wünschen sich angesichts der Klimakrise eine zukunftsfähige Energiekultur und einen schnellen und beherzten Abschied von fossilen Energiequellen. Die demokratische Unternehmensform der Genossenschaft ist der passende Rahmen, dieses Generationenprojekt in Oldenburg unter breiter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger voranzutreiben. Die Anlage auf der Feuerwache ist daher sicher erst der Anfang“, sagte Sebastian Specht vom Vorstand der Genossenschaft.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt ein Solarkataster erstellen lassen, um herauszufinden, welche Dächer im Stadtgebiet sich für das Anbringen einer Solaranlage eignen. Dabei wurde ermittelt, dass von den rund 96.000 Gebäudedächern in der Stadt Oldenburg insgesamt 50 Prozent gut geeignet sind, per Solaranlage Strom mit Sonnenenergie zu erzeugen oder Wasser zu erwärmen. Durch die vollständige Nutzung aller rentablen Flächen könnte rein rechnerisch der private Strombedarf in der Stadt Oldenburg mehrfach gedeckt werden.

„Das neue und sehr nutzerfreundliche Angebot ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur Umsetzung der städtischen Klimaschutzstrategie. Es zeigt das enorme Solarpotenzial der einzelnen Gebäude in Oldenburg“, sagte OB Jürgen Krogmann.

„Auch für uns ist das Solarkataster ein wichtiges Werkzeug zur ersten Bewertung von Projekten mit Dachflächen über 300 Quadratmetern geworden. Wir empfehlen aber auch jedem Eigenheimbesitzer, unbedingt einen Blick auf dieses Angebot der Stadt zu werfen und sich dann an einen Solar-Installateur zu wenden“, kommentierte Sebastian Specht.