Börsenerfahrung mit realen Marktbedingungen
veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 08+09/2026
Ulrich Bossler, Geschäftsführer der Digital Project GmbH (li.) gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern gemeinsam mit Stephanie Hempel, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems (re.).
Wie funktionieren die Kapitalmärkte? Welche Chancen bieten Aktien und Fonds? Und welche Risiken sind mit spekulativen Anlagen verbunden? Antworten auf diese Fragen lieferte das VR-Börsenspiel 2026. 154 Teilnehmende aus 27 Genossenschaftsbanken der Region Weser-Ems stellten dabei ihr Geschick unter realitätsnahen Marktbedingungen unter Beweis.
Das offizielle VR-Börsenspiel wird von der Digital Project GmbH aus Riedlingen in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems (AGVR) durchgeführt. Ziel ist es, Wissen über Wertpapiermärkte praxisnah zu vermitteln und den verantwortungsvollen Umgang mit Geldanlagen zu fördern. Die Teilnehmenden handeln dabei mit einem virtuellen Startkapital, erleben Kursentwicklungen unmittelbar und treffen eigenständig Anlageentscheidungen. Insgesamt nahmen 154 Mitarbeitende aus 27 Genossenschaftsbanken an der aktuellen Spielrunde teil. Die Spielzeit erstreckte sich über vier Monate vom 20. Januar bis zum 20. Mai 2026. Gestartet wurde abhängig von der jeweiligen Kategorie mit 50.000 Euro beziehungsweise 100.000 Euro virtuellem Kapital.
Volatile Märkte fordern die Teilnehmenden
Die Börsen boten während des Wettbewerbs anspruchsvolle Rahmenbedingungen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verlor im Spielzeitraum rund 0,9 Prozent. Gleichzeitig lag die Schwankungsbreite zwischen Höchst- und Tiefststand bei 13,4 Prozent. Diese hohe Volatilität sorgte für deutliche Unterschiede bei den Ergebnissen und verlangte den Teilnehmenden eine sorgfältige Auswahl ihrer Anlagen ab. Während des Wettbewerbs wurden 6.744 Wertpapiertransaktionen mit einem Kurswert von rund 62,9 Millionen Euro getätigt. Pro Depot erfolgten durchschnittlich 29 Order. Die enorme Bandbreite der Ergebnisse zeigte zugleich die unterschiedlichen Risikoprofile der Spielvarianten. Während in der konservativen Kategorie selbst schwächere Depots vergleichsweise begrenzte Verluste verzeichneten, kam es in den spekulativen Varianten vereinzelt zu nahezu vollständigen Verlusten des eingesetzten Kapitals.
Starke Ergebnisse der Sieger
In der konservativen Spielvariante setzte sich Tobit Blömer von der Volksbank Visbek eG durch. Er steigerte sein Startkapital von 50.000 Euro auf knapp 61.800 Euro und erzielte damit einen Wertzuwachs von 23,6 Prozent. Zu seinen erfolgreichsten Anlagen gehörten Aktien von SK Hynix, Deutsche Bank und Amazon.
Besonders beeindruckend verlief das Börsenspiel für Friederike Geerdes von der Hümmlinger Volksbank eG. Sie gewann sowohl die spekulative als auch die hochspekulative Kategorie. In der spekulativen Variante erhöhte sie ihr Depot auf rund 89.000 Euro und erzielte damit einen Zuwachs von 78 Prozent. In der hochspekulativen Spielvariante steigerte sie ihr Vermögen sogar auf rund 346.000 Euro – ein Plus von 246 Prozent. Dabei setzte sie unter anderem auf Aktien von Novo Nordisk sowie auf Hebelprodukte auf Öl und Gold.
Wertpapierwissen für die Zukunft
Der eigentliche Gewinn des Wettbewerbs liegt jedoch nicht allein in den erzielten Renditen. Das Börsenspiel vermittelt Erfahrungen, die sich im normalen Alltag nur schwer sammeln lassen. Die Teilnehmenden lernen Chancen und Risiken der Kapitalmärkte kennen, entwickeln ein Verständnis für unterschiedliche Anlagestrategien und können ihre Entscheidungen unmittelbar anhand realer Marktbewegungen überprüfen. Gerade in Zeiten wachsender Bedeutung privater Altersvorsorge und langfristiger Vermögensbildung bietet das Format damit einen praxisnahen Zugang zur Welt der Wertpapieranlage. Den Abschluss des Wettbewerbs bildete eine Betriebsbesichtigung bei der CEWE Stiftung & Co. KGaA in Oldenburg. Anschließend ehrte der Veranstalter die jeweils drei Erstplatzierten der Spielvarianten im Hotel Wardenburger Hof. Die Siegerinnen und Sieger erhielten Urkunden und Geldpreise. Zu den Gratulantinnen und Gratulanten zählten neben Initiator Ulrich Bossler von der Digital Project GmbH auch Stephanie Hempel, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems.
Die jeweiligen TOP 3 der drei Spielvarianten:
Konservative Spielvariante (Startkapital 50.000 €):
| Platz 1: | Tobit Blömer | Volksbank Visbek eG | 61.798,62 EUR | +23,60% |
| Platz 2: | Jonas Philipp | Vereinigte Volksbank eG Bramgau Osnabrück Wittlage | 61.206,91 EUR | +22,41% |
| Platz 3: | Jan Reimer | Vereinigte Volksbank Bramgau Osnabrück Wittlage | 58.651,54 EUR | +14,30% |
Spekulative Spielvariante (Startkapital 50.000 €):
| Platz 1: | Friedrike Geerdes | Hümmlinger Volksbank eG | 89.029,42 EUR | +78,06% |
| Platz 2: | Jesse Kamphuis | Emsländische Volksbank eG | 66.058,80 EUR | +32,12% |
| Platz 3: | Bennet Schmikale | Raiffeisenbank Wesermarsch Süd eG | 65.356,80 EUR | +30,71% |
Hochspekulative Spielvariante (Startkapital 100.000 €):
| Platz 1: | Friederike Geerdes | Hümmlinger Volksbank eG | 346.017,35 EUR | +246,02% |
| Platz 2: | Jonas Ostermann | Volksbank Visbek eG | 211.996,23 EUR | +112,00% |
| Platz 3: | Julian Meints | Ostfriesische Volksbank eG | 210.433,47 EUR | +110,43% |
BU: Ulrich Bossler, Geschäftsführer der Digital Project GmbH (li.) gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern gemeinsam mit Stephanie Hempel, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems (re.).



