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Maisanbau- und Bullenmastforum in Klein Berßen

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 11/2017

Die Bullenmast hat weiterhin einen großen Stellenwert im Emsland und in der Grafschaft Bentheim. 140 Landwirte informierten sich beim fünften Maisanbau- und Bullenmastforum der Raiffeisen Ems-Vechte in Klein Berßen.

 © Raiffeisen Ems Vechte
Stefan Bökers (v. l.), Spezialberater im AD-Team Rind; Hermann Kethorn, Vertriebsleiter für die Rinderfuttersparte der Raiffeisen Ems-Vechte; Dr. Georg Teepker, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Osnabrück; Dieter Wessels, Geschäftsführer der Raiffeisen Ems-Vechte, und Bertwin Hurink, Vertriebsleiter-Pflanzenbau der Raiffeisen Ems-Vechte, auf dem Maisanbau- und Bullenmastforum in Klein Berßen

Vorab konnten sich die Besucher zum Thema Maisanbau auf dem Versuchsgelände informieren. Hier wurden verschiedene Sortenwahlen und Anbauverfahren aufgezeigt. Ebenso wurden im Zusammenhang mit der neuen Düngeverordnung unterschiedliche Versuche zur Reduzierung der Unterfußdüngegaben sowie dem Einsatz der Trailerbeize (Nährstoffbeize) durchgeführt.

Nach der Besichtigung begrüßte Geschäftsführer Dieter Wessels die Gäste in einem Zelt und gab einen kurzen Jahresrückblick. Bertwin Hurink, Vertriebsleiter-Pflanzenbau der Raiffeisen Ems-Vechte, sprach als erster Redner die Empfehlungen aus für die anstehende Wintergetreideaussaat und erläuterte Ansätze zur allgemeinen Getreidegesundheit und Kornqualitäten die auch als Futterrohstoff dienen.

Stefan Bökers, Spezialberater im AD-Team Rind, referierte zum Thema beständige Stärke in Rationen. So sollten im Jahresverlauf die Getreideanteile zurückgefahren und durch Körnermais im Mischfutter ersetzt werden, hierzu empfahl er die Kraftfuttersorte BMF Protect. Ebenso erläuterte Bökers die Veränderungen der Maisstärke während des Silier Prozesses. So ist die Maisstärke von einer Prolinschicht (Eiweiß) umgeben, die sich im Laufe der Lagerdauer auflöst und so die Abbaubarkeit der Stärke im Pansen beschleunigt. Zur bevorstehende Maisernte wurden einige Eckpunkte angesprochen, so sollte die Häckselhöhe mindestens 20cm betragen, je 10cm Höhe steigt der TS-Gehalt des Erntegutes um 1% sowie die Energiedichte, auch bei höhere Schnitthöhen wird weniger Schmutz mitgeerntet.

Als Hauptreferent des Forums begrüßte Hermann Kethorn, Vertriebsleiter für die Rinderfuttersparte der Raiffeisen Ems-Vechte, Dr. Georg Teepker von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Osnabrück. Zu Beginn ging Teepker auf den Tierschutz ein, aktuell gilt der „Tierschutzplan Niedersachsen 2011“, der verschiedene Facharbeitsgruppen einbindet. Hier werden verschiedene Themenfelder der Rindermast bearbeitet bzw. umgesetzt. So zum Beispiel das Enthornen mit Sedativum und Schmerzmittel. Ein Leitfaden zur Optimierung der Kälberaufzucht liegt vor sowie Tierschutzleitlinien für die Bullenmast sind in Arbeit. Weitere rechtliche Grundlagen sind das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, jedoch fehlen hier noch konkrete Bestimmungen für Rinder über 6 Monate. Der Platzbedarf für die Mastbullen als auch die Liegeflächengestaltung sind in der Diskussion, so sind Betonspalten ohne Auflage im Liegebereich bei Neubauten künftig unzulässig. Eine Alternative können Tretmistställe mit entsprechenden Vor- und Nachteilen sein. Allgemein werden die Leitlinien zu erheblichen Veränderungen in Platzansprüchen, Buchtengestaltung und Management führen. Hier wird es Übergangsfristen seitens des Gesetzgebers geben.

Des Weiteren gab Teepker noch Empfehlungen für die bevorstehende Maisernte, so müssen die Maiskörner vollständig vermahlen sein, nur ein Anschlagen reicht nicht, um eine vollständige Stärkeverdauung zu gewährleisten. Auch bei der viel diskutierten Shredlage muss mit erhöhter Sorgfalt gearbeitet werden, nur länger schneiden reicht nicht, die Pflanzenteile müssen aufgefasert werden. Ebenso wird bei der Einlagerung in ein Fahrsilo mit Wänden und eine hohe Verdichtungsleistung empfohlen. Aufgrund der hohen TM-Werte aus der Maisernte 2016 kommt es zu verstärkter Futterselektion im Trog, dieses zeigt sich durch vermehrtes hin und her schieben der Futtermischung. Abhilfe kann durch intensiveres mischen, der Zugabe von Wasser,  Faustzahl ca. 1ltr. je kg Kraftfutter, und kürzer gehäckseltes Stroh geschaffen werden.

Die Neue Düngeverordnung wird auch Auswirkungen auf die Fütterung haben, so zeigte Teepker bei einer Überversorgung von 1,0g Phosphor je kg TM (TMR) würde zu einem Phosphatüberschuss von 8,3kg je Tier und Jahr führen.

Am Ende der Fachtagung lud die Raiffeisen Ems-Vechte alle Gäste zu einem Imbiss ein.