zur Übersicht

Generalversammlung der iNeG: Gute Bilanz vorgelegt

veröffentlicht im Genossenschafts-Magazin Weser-Ems, Ausgabe 08/2019

Es herrschte eine gute Stimmung auf der Generalversammlung, zu der das IngenieurNetzwerk Energie eG (iNeG) seine Mitglieder in das Akademiehotel Rastede einlud. Und mit Blick auf die von den Vorständen Angar Böker und Bastian Hoffmann präsentierten Kennzahlen konnte sich das Jahr 2018 sehen lassen.

 © GVWE
Die Vorstände der iNeG Bastian Hoffmann (4. v. l.), Helmut Krüßel (Mitte) und Ansgar Böker (3. v. r.) mit den Aufsichtsratsmitgliedern (v. l.) Martin Schadewald (Vorstandsmitglied, Volksbank Jever), Walter Tönnies (Vorstandsmitglied, Volksbank Visbek), Reinhard Rehling (Vorstandsmitglied, Volksbank Neuenkirchen-Vörden eG), Lothar Janssen (Vorstandsmitglied Raiffeisenbank eG Moormerland) und Edwin König (Vorstandsmitglied Hümmlinger Volksbank eG)

Nach Eröffnung der Sitzung und Begrüßung der Anwesenden durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Lothar Janssen folgte ein Grußwort durch den Verbandsdirektor Johannes Freundlieb. Freundlieb verdeutlichte die Bedeutung der Genossenschaft für die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems und lobte die ganzheitlichen Leistungen des Ingenieurbüros rund um erneuerbare Energien. Weiterhin hob er die seit jeher enge Verbundenheit zwischen Verband und iNeG hervor und gratulierte zu dem guten Geschäftsergebnis.

„Wir sind mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden“, resümierte Vorstandsmitglied Ansgar Böker mit Blick auf die Bilanz 2018. Der Umsatz lag 2018 mit rund 2,78 Millionen Euro über 5 Prozent über dem Umsatzergebnis 2017 (2,64 Millionen Euro) und konnte wie in den vergangenen Jahren gesteigert werden. Für 2018 ergab sich ein beachtlicher Jahresüberschuss, wovon ein Großteil der Summe zur Aufstockung des Eigenkapitals verwendet wird. Der übrige Anteil wird als Dividende an die Mitglieder ausgezahlt. Auf der Versammlung wurde eine Dividende in Höhe von 6 Prozent an die 49 Mitglieder beschlossen.

Auch für die nächsten Jahre blickt Böker optimistisch in die Zukunft. „Das Pariser Klimaschutzabkommen und die aktuellen Debatten um die Klimapolitik bieten strategisch gute Chancen für iNeG. Das Thema Energie wird weiter an Gewicht gewinnen“, so Böker. Potenziale für die Genossenschaft sieht Böker im Bereich Windenergie insbesondere im Repowering älterer Anlagen. Dabei bewertet die iNeG, ob ein Repowering technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist und entwickelt entsprechende Anlagenkonzepte.

Während der Neubau von Biogasanlagen sich derzeit kaum rechne, lohne sich die Flexibilisierung von Biogasanlagen. Eine Flexibilisierung finanziere ein zusätzliches BHKW, so Böker. Gleichzeitig mahnte er jedoch auch zum schnellen Handeln, da der sogenannte Flexdeckel von 1.000 MW mit bereits 976 MW fast ausgeschöpft ist.

Gute Nachrichten gibt es bei Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen). Die Preise für PV-Module sind gesunken. Für Betriebe mit freien Dachflächen und hohen Stromverbräuchen ist die Errichtung einen PV-Dachanlage dadurch sehr interessant. Im gleichen Atemzug wurde jedoch die Einspei-
severgütung ab dem 01.04.2019 auf 8,9 ct/kWh gesenkt. Hier gilt es, die aktuellen Marktbedingungen und politischen Geschehnisse zu beobachten und dann individuell zu kalkulieren.

Vorstandsmitglied Bastian Hoffmann gab einen Einblick in das Thema der Quartierslösungen für Städte und Gemeinden. Ein Trend, mit dem sich die Ingenieure der iNeG zunehmend beschäftigen, sind kalte Nahwärmenetze. Sie werden mit einem Temperaturniveau von 8 bis 20 °C betrieben, ermöglichen sowohl ein Heizen als auch ein Kühlen und sind insbesondere für Neubaugebiete interessant.

Hoffmann prognostizierte anhand aktueller Aufträge auch für 2019 ein sehr gutes Ergebnis. Für die Zukunft wünscht sich der Vorstand eine noch stärkere ganzheitliche Betreuung der Projekte durch alle Abteilungen: Angefangen bei der Entwicklung eines Energiekonzepts, der Auswahl und Planung der Energieerzeugung über die richtige Verteilung der Energie bis hin zu Konzepten zum energieeffizienten Verbrauch. Als Beispiel für ein gelungenes abteilungsübergreifendes Projekt stellte er das Ökologische Wohnquartier „Am Krögen“ mit 100 Wohneinheiten vor. Die Bewohner werden über eine Energiegenossenschaft mit Wärme und Strom über ein BHKW und PV-Anlagen versorgt. Nach diesem Rückblick auf 2018 und einem Ausblick auf 2019 wurden Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entlastet und es folgte die Wahl zum Aufsichtsrat.

Turnusgemäß schieden der Aufsichtsratsvorsitzende Lothar Janssen und Aufsichtsratsmitglied Reinhard Rehling aus. Beide wurden von den Anwesenden einstimmig wiedergewählt. Die Generalversammlung schloss mit einem Gastvortrag von Stefan Sündermann, Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM. Er widmete sich dem Thema E-Auto und gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik und Zukunftsvisionen. Dabei stellte er heraus, dass es bei Elektromobilität mehr als um einen neuen Antrieb und das Laden des Fahrzeugs mit Strom geht. E-Autos bieten durch ihre Stromspeicherfähigkeit auch Möglichkeiten zur Verbesserung der Eigenstromversorgung und können in den Markt für Primärregelenergie integriert werden.